Musik & Leben

Das bringt 2011

Die erste Woche 2011 ist überstanden. Das Musikjahr läuft langsam an. Hier möchte ich euch ein paar Alben vorstellen auf die ich mich besonders freue und auf die auch ihr euch freuen könnt:

Beatsteaks – Boombox

Das erste richtig große Highlight steht bereits Ende dieses Monats an. Die Beatsteaks melden sich knappe vier Jahre nach ihrem letzten Album Limbo Messiah mit einer neuen Platte zurück. Mit Boombox scheinen die fünf Berliner nun endgültig internationales Format erreicht zu haben. Das hat schon der erste Vorab-Leckerbissen Milk & Honey bewiesen. Und in allen Artikeln die man so in den letzten Tagen lesen kann ist auch von Songs zu lesen die es wirklich in sich haben sollen. Von Reggae-Anlagen bis hin zum 70Sekunden Punk-Song soll alles dabei sein. Man darf gespannt sein ob die Beatsteaks an die Erfolge von Smack Smash und Limbo Messiah anknüpfen können. Dem sollte aber eigentlich nichts im Wege stehen. Wer es noch nicht gesehen haben sollte, kann sich HIER nun das Video zu Milk & Honey anschauen.

Itchy Poopzkid – Lights Out London

Eine weiter deutsche Pop-Punk Band meldet sich dieses Jahr zurück. Itchy Poopzkid wollen mit ihrem vierten Album auftrumpfen. Wenn man die Entwicklung der Band bis jetzt aufmerksam Verfolgt hat darf man doch sehr gespannt sein. Währen sie auf ihren ersten beiden Alben (Heart to believe und Time to Ignite) noch einen relativ jugendlichen Sound hatten wirkten sie auf Dead Serious schon wesentlich erwachsener (Okay mal abgesehen von dem Mittelfinger-Cover). So bleibt zu hoffen das sie auf Lights out London diesen Weg fortsetzen.Genügen Freiheit haben sie sich geschaffen. Lights Out London wird das erste Album auf den ganz frisch gegründeten, eigenen Label Findaway Records sein und die erste Singleauskopplung Why still bother verspricht auch so einiges. Das Video zu Why still bother könnt ihr HIER sehen.

MNMNTS – The Good Life

Die Jungs von MNMNTS werden sicher nicht vielen von euch ein Begriff sein. Für Freunde von Post-Hardcore oder Punk sollten sie jedoch in diesem Jahr zu den Bands gehören die man besonders im Auge hat. Denn dieses Jahr kommt das Debütalbum The Good Life und scheint genau das zu halten was die erste 3-Track EP versprochen hat. Eine Mischung aus Hardcore, Punk und auch ein bisschen Indie. Außerdem sind auf dem Cover Fußballspieler! Wenn das kein Grund ist sich das Album zu kaufen dann weiß ich auch nicht. (Die angesprochene 3-Track EP gibt es HIER zum Gratisdownload)

Frank Turner

Auch mein Lieblings Songwriter, Frank Turner, setzt dieses Jahr zum nächsten Streich an. Sein viertesl Album im vierten Jahr soll dieses Jahr im Frühjahr erscheinen. Weder Titel noch ein Erscheinungsdatum stehen auch nur annähernd fest und trotzdem gebe ich euch jetzt schon Brief und Siegel darauf das das Album richtig gut wird. Auf den Konzerten, die er in letzter Zeit gegeben hat, durfte man ja schon immer mal wieder in neue Songs reinhören. Besonders Peggy, der Song über seine Großmutter, gefällt mir sehr. Aber auch das wirklich grandiose I Still belive oder die vielen Namenlosen Songs die so durchs Internet schwirren lassen vermuten das Frank Turner das hohe Niveau seiner letzten Alben auf jedenfall halten, wenn nicht sogar übertreffen kann. Peggy könnt ihr euch HIER anschauen.

Gallows

Auch wenn die etwas weiter oben schon erwähnten MNMNTS eine echt gute Hardcore Band sind, sind die Briten von den Gallows meine persönliche Hardcore Lieblingsband. Ihr grandioses letztes Album erschien ja noch beim Majorlabel Warner von denen sie aber entlassen wurden da eben jenes Album, Grey Britain, in das Warner 1 Millionen Euro investiert hatten, nicht den gewünschten Erfolg brachte. Man weiß über die neue Platte eigentlich noch gar nichts. Keinen Namen, kein Erscheinungsdatum, kein Label auf dem es erscheinen wird, noch nicht einmal ob sie überhaupt schon mit dem Aufnahmen begonnen haben. Das ist aber alles egal! Ich gebe euch Brief und Siegel: das neue Gallows Album wird wie Orchestra of Wolves und Grey Britain ein Hardcore Album was die Genre Fans in Verzückung geraten lässt.

Rise Against

Während bei den Gallows immer noch alles in den Sternen steht scheint das neue Rise Against Album so gut wie fertig zu sein. Über ihren Twitter-Account ließen sie verlauten das man in der Finalen Phase ist und schon fleißig dabei sei die Songs zu mixen. Und trotzdem weiß man noch recht wenig über die neue Platte. Der Name soll warscheinlich End Game sein. Aber meine Hand würde ich dafür nicht ins Feuer legen. Ob das Album nun noch vor den fünf Deutschland-Konzerten im März errrscheint bleibt abzuwarten. Neue Songs wird man dann auf jedenfall schon einmal hören können.

Adolar

Die Jungs von Adolar wollen ihre Anhängerschaft nicht lange warten lassen. Nachdem das überragende Debütalbum Schwörende Seen, Ihr Schicksalsjahre! erst vergangenen März erschien soll der Nachfolger schon 2011 erscheinen. Elf Songs sind geschrieben und der Termin fürs Studio steht. Also wird man hoffentlich ziemlich bald schon etwas von ihnen hören. Ich bin gespannt ob sie es schaffen das grandiose Debüt zu toppen. Einen kleinen Vorgeschmack gibt es auch schon: ein Video mit den elf Arbeitstiteln der Songs. Zu sehen HIER


Rückblick: die 10 besten Alben aus 2010

Nun befindet sich das Jahr wirklich in seinen letzten Atemzügen. Wenn einem langweilig ist kann man jetzt die Sekunden zählen. Ich nutze die Zeit lieber für meinen zweiten Jahresrückblick. Denn neben Konzerten gibt es ja da auch noch Alben auf die man wunderbar zurückschauen kann. So habe ich dieses Jahr wieder eine Top 10 erstellt die ich euch hier vorstellen möchte. Besonders stark vertreten sind dieses Jahr deutsche Bands. Sechs der zehn Alben sind deutschsprachig. Allein die komplette Top drei. Was man dieses Jahr aber auch an guter Deutscher Musik auf die Ohren bekommen hat war unglaublich. Da haben es Bands wie Matula und Herrenmagazin schon nicht in die Top 10 geschafft obwohl sie mit Blinker und Das wird alles einmal Dir gehören wirklich Top Alben hingelegt haben und trotzdem platzt die Liste von deutschen Künstlern.
Aber lest selbst, hier sind für mich die besten 10 Alben aus 2010 aufgelistet von Platz 10 bis zur absoluten Nummer 1. (Und dieses Jahr ist dieser Titel wirklich verdient!)

10) Against Me! – White Crosses

Den Anfang machen Against Me! mit White Crosses. Ein Album mit dem sie in der Fangemeinde polarisiert haben. Viele haben ihnen vorgeworfen das sie sich nun endgültig von Punk der Anfangstage entfernt haben (Das natürlich in Zusammenhang mit dem Major-Label Warner gefundenes Fressen war). Für mich als Mensch der sich mit dem vorherigen Schaffen von Against Me! noch nicht wirklich beschäftigt hat muss ich jedoch sagen das Against Me! mit White Crosses für mich eine wunderbare Rockplatte gemacht haben die sowohl politisch (der Titeltrack White Crosses) aber auch (und vor allem) nicht vor emotionalen Songs (wie We’re Breaking Up) halt macht. So sind Against Me! auf White Crosses vielleicht ruhiger geworden aber keinesfalls schlecht.
Lieblingslieder: I was a teenage Anarchist, Suffocation, Bamboo Bones

09) Frittenbude -Katzengold

Ja. Ich habe dieses Jahr elektronische Musik für mich entdeckt und dieses Album ist daran schuld. Als ich Bilder mit Katze zum ersten Mal hörte dachte ich “WOW! Das ist ja voll cool.” So hörte ich mir Katzengold einmal komplett an und war doch begeistert. Bis jetzt kannte ich ja nur so Kirmes-Techno-Gedöhns. Hätte ich gewusst das man Elektro auch so interpretieren kann hätte ich mich schon viel eher mit elektronischer Musik beschäftigt. Die Beat sind nicht so übertrieben heftig, ballern nicht so sondern sind wirklich so das ich als geneigter Fan von Gitarrenmusik sage: “Gut.” Auch die Lyrics, die sich größtenteils dann doch ums Party machen drehen, sind wirklich clever. Daumen hoch an Frittenbude und 2011 könnten hier sicher noch andere Audiolith Künstler auftauchen.
Lieblingslieder: Vom Fliegen, Seifenblase, Bilder mit Katze

08) Antitainment – Ich kannte die, da waren die noch real!

Es gibt ja viele Menschen die sich ihre Lieblingssongzeilen auf den Körper verewigen lassen. Als Tattoo versteht sich. Wie wäre es denn mal mit einer Antitainment Songzeile aus Ich kannte die, da waren die noch real!? Zum Beispiel: “Manche fahren Käfer, oder Cadillac. Andere fahren Mariokart.” aus Eigentlich wollt ich ja nicht mehr über Musik reden, sondern raven. Oder auch “Halbwahrheiten, halbe Hähnchen und wo ist eigentlich deine bessere Hälfte?” aus Das Halbe ist die Lebensordnung. Das würde doch was her machen. Noch etwas wäre zu diesem Album zu sagen: Antitainment wollen eigentlich gar nicht mehr über Musik reden. Sondern lieber Sell Out und jammen und raven doch irgendwie reden sie ja doch über Musik. Und das auf die Konzerte ja eigentlich doch nur Idioten kommen. Das ganze noch mit ballernden Synthesizern und Hardcore Gitarrenriffs unterlegt und mit richtig viel Wortwitz verpackt. Hat man nach den 23,5 Minuten und 11 Songs die dieses Album lang ist ein riesen Lächeln auf dem Gesicht. Und will gleich noch einmal.
Lieblingslieder: Eigentlich wollte ich ja nicht mehr über Musik reden, sondern jammen, Neulich im Seminar für Existenzgründung, The Sound of Produktionszwang

07) The Gaslight Anthem – American Slang

Für viele haben ja Against Me! dieses Jahr das bessere American Slang veröffentlicht. Doch für mich war American Slang einfach der Soundtrack des Sommers. Mit Lieder wie Boxer, Orphans oder Old Haunts konnte ich mir einfach die warmen Nächte dieses Jahres am besten um die Ohren schlagen. Auch hier gibt es Nörgler die sagen: “Ja das hat mit Punk auch nicht mehr viel zu tuen.” und sich über einen Platz in den deutschen Top 10 aufgeregt haben und dann über die großen Hallen in den sie spielten. Aber es ist ihnen doch echt zu gönnen. Viel haben sie an der Formel des über Album The ’59 Sound nicht verändert. Gut das ist vielleicht alles ein bisschen mehr Stadionrock geworden aber ich zumindest höre da immer noch The Gaslight Anthem wie ich mich damals in sie verliebt habe (danke übrigens an diese Person die mir die Augen geöffnet hat,die das hoffentlich lesen wird.) und deswegen liebe ich aus dieses Album.
Lieblingslieder: American Slang, Old Haunts, We did it when we were young

06) Smoke Blow – The Record

Für mich haben Smoke Blow mit ihren siebten Studioalbum The Record die Hardcore Platte des Jahres abgeliefert! Hier wird nicht lang gefackelt sondern gleich direkt losgelegt. Gleich mit der Eröffnungshymne Broken Bonds of Friendship wird einem alles offen gelegt was dieses Album in seiner knappen halben Stunde Spielzeit dann für den Hörer zu bieten hat. Von Gitarrenriffs die nicht nur an Hardcore sondern auch mal an Metal, Punk oder Stonerrock erinnern über ein Schlagzeug was so treibend ist das man das auch sehr gut als Workout empfehlen könnte bis hin zu, wie schon erwähnten, echten Mitgröhl-Hymnen wie Evil Leaf. Man kann sich einfach lebhaft vorstellen wie Smoke Blow in einem doch viel zu kleinem Club spielen und das Publikum vor der Bühne steht und den Refrain auf voller Kehle mitbrüllt.
Lieblingslieder: Broken Bonds of Friendship, Evil Leaf, Ice Wolf

05) Gisbert zu Knyphausen – Hurra! Hurra! So nicht.

Die einzige Songwriter Platte in der Top 10 dieses Jahres. Aber die steht dafür (und das verdient) ziemlich weit oben. Hurra! Hurra! So nicht. ist aber auch wirklich verdammt gut geworden. Sogar noch einmal besser als das selbst betitelte Debütalbum 2008. Jedoch wirkt Hurra! Hurra! So nicht. um einiges düsterer als das Debüt. Das mag zum einen an den Melodien liegen, zum anderen aber auch an den Texten und Themen. So handelt ein Song von Melancholie, ein andere vom Hamburger Hafen bei Nacht. Den charmanten Stil zu Texten hat zu Knyphausen jedoch nicht verlernt und so ist trotz all der Düsterheit (okay, das war jetzt übertrieben) auch immer wieder der ein oder andere Moment dabei in dem man sich doch freuen kann.
Lieblingslieder: Es ist still auf dem Rastplatz Krachgarten, Kräne, Melancholie

04) The Dillinger Escape Plan – Option Paralysis

Kommen wir nach der ruhigsten Platte in dieser Liste zur ohne Frage lautesten Platte. Denn was The Dillinger Escape Plan machen mag von dem ein oder anderem “Krach” genannt werden, während wieder andere dahinter die Genialität erkennen die wirklich dahinter ist. Außerdem ist ja nicht alles bei The Dillinger Escape Plan gleich “Krach”. So werden die Songs immer wieder durch ruhigere Passagen aufgelockert oder bei Widower wird einfach mal gleich (natürlich nur Vergleichsweise) ein komplett ruhiger Song eingeschoben. Doch können The Dillinger Escape Plan vor allem eins sehr gut: wütend klingen. Wenn Sänger Greg Puciato am Ende von I wouldn’t if you didn’t die Worte “Suffering is love” entgegenschreit hört man die Wut aus jedem seiner Worte. Und genau diese Wut macht Option Paralysis für mich aus.
Lieblingslieder: Farewell, Mona Lisa, Room Full of Eyes, I wouldn’t if you didn’t

03) Mikrokosmos23 – Memorandum

Die Top 3 eröffnen Mikrokosmos23 mit ihrem zweiten Album Memorandum. Welches im Gegensatz zu dem Debüt Als wir jung waren ist jetzt nicht auf Kids in Misery sondern auf unterm durchschnitt. Was aufgrund der doch großen Änderung im Sound auch nachvollziehbar ist. Während Als wir jung waren ist jetzt noch eher an traditionellen deutschen Hardcore (mit geschrienen Lyrics und überdrehten Gitarren) erinnert der Nachfolger Memorandum dann mehr an deutschen Punk der Marke Captain*PlanET (wie es der Zufall will auch auf unterm durchschnitt). Was auf keinem Fall eine schlechte Entwicklung ist. Memorandum überzeugt mit cleveren Lyrics, guten Arrangements und einer musikalischen Mischung aus Indie, Punk und Hardcore die diese Platte zu einem Muss für jeden Fan deutschsprachiger Musik macht. Es bleibt zu hoffen das die Entwicklung der Band auch weiterhin so gut verläuft.
Lieblingslieder: Traurige Lippen / traurige Stadt, ffwd / reset, Irland

02) Turbostaat – Das Island Manöver

Für mich, der dann doch schon seit längerem Fan von Turbostaat ist, ist es schon ein wenig komisch zu sehen wie sehr die Platte doch überall gefeiert wird. Das Island Manöver ist mir doch in ziemlich vielen Jahresrückblicken in den oberen Plätzen der besten Alben des Jahres aufgefallen. Und viel haben Turbostaat doch am eigentlichen Konzept ihrer Musik nicht geändert. Es gab auch keine Vorabsingle die im Radio rauf und runter gespielt wurde. Vielleicht hat Deutschland endlich erkannt was für eine gute Band man im eigenen Lande hat. Vielleicht liegt es aber auch am Majorlabel Warner im Rücken. Das wichtigste ist doch aber bei alle dem das Turbostaat sich immer noch nach Turbostaat anhören. Okay. Das Debütalbum Flamingo war natürlich rauer als jetzt Das Island Manöver. Aber Turbostaat haben nicht verlernt intelligente, deutsche Texte über ein ganz normales, manchmal etwas wahnsinniges Leben zu schreiben die immer noch sowohl fesseln als auch zum mitsingen einladen.
Lieblingslieder: Fraukes Ende, Das Island Manöver, Oz Antep

01) Adolar – Schwörende Seen, Ihr Schicksalsjahre!

Und hier ist sie nun. Meine unangefochtene Nummer 1 in diesem Jahr. Schon als ich das Album zum ersten mal   durch gehört hatte war ich komplett begeistert. So war mir nach circa einem Monat klar das Adolar mit ihrem Debütalbum eine Platte geschaffen hatten die wirklich schwer zu übertreffen sein würde. Im Endeffekt hat es keine Band geschafft. Schwörende Seen, Ihr Schicksalsjahre! auf ein einziges Genre festzulegen ist verdammt schwer. Mit einem Mix aus Post-Punk und Indie finde ich es noch am besten beschrieben und habe doch das Gefühl ich hätte irgendeine Komponente des Sounds vergessen. Einfach jeder der zehn Songs ist ein wenig anders als der vorhergehende. Sei es der Opener In deiner Wohnung, der mit einer Orgel beginnt, in einen stimmungsvollen Instrumentalpart übergeht um dann wieder die Fahrt herauszunehmen und gegen Ende hin noch einmal laut zu werden. Oder Mitnehmerrippe das von Sprechgesang dominiert wird. Oder Ich bin Slide das als Partysong angelegt ist. Auf Schwörende Seen, Ihr Schicksalsjahre! bekommt man einfach so viel musikalische Abwechslung das man danach komplett zufrieden ist und wer diese Platte nicht gehört hat, hat 2010 echt was verpasst und sollte es im neuen Jahr so schnell wie möglich nachholen!
Lieblingslieder: Mitnehmerrippe, Weltsehen und die restlichen 8.


Rückblick: die drei besten Konzerte aus 2010

Ist es nicht schön am Ende des Jahres auf die schönsten Ereignisse zurückzublicken? Das machen sie im Fernsehen und der Privatmann macht es auch. So will auch ich auf die drei schönsten Ereignisse in diesem Jahr zurückblicken. Soll heißen: im Anschluss werdet ihr von den drei Konzerten lesen die mich dieses Jahr am meisten beeindruckt haben. Von denen ich vielleicht auch noch meinen Enkeln erzählen werde. Jetzt aber genung mit dem Vorgerede, hier sind sie nun also die drei Besten Konzerte denen ich dieses Jahr beiwohnen durfte! (Ohne Rangfolge)

01.10.2010: Frank Turner (+Ghost of a Chance) Uni-K.u.M. (Erfurt)
Das Uni-K.u.M. ist nur ein kleiner Club. Mit einer kleinen Bühne, zwei Sofas, und ein paar Lüftungsrohren an der Decke. Als ich dann lesen musste das sein Konzert in Berlin im Roten Salon in Berlin schon ein paar Tage davor ausverkauft war, war ich sehr froh das ich meine Karte schon hatte. Ich habe sehr stark damit gerechnet das auch das Uni-K.u.M. aus allen Nähten platzen würde. Doch Pustekuchen. Geschätze 60 Menschen waren da. Es hätten locker noch einmal genausoviel hineingepasst. Doch das sollte der Stimmung nicht Schaden. Der Voract Ghost of a Chance war, so wie ich das einschätzen konnte, allen unbekannt. So beschränkte man sich aufs lauschen der Lieder die der Songwriter machte. Sehr Frank Turner ähnlich und deswegen auch von allen gut angenommen. Doch der Mann des Abends war einfach eben jener Frank Turner. Ich habe mich kurz bevor er auf die Bühne kam noch gefragt wie er wohl darauf reagieren würde wenn er sieht das der eh schon kleine Club dann auch nur zur Hälfte voll ist. Doch es schien ihn nicht zu stören. Er bewies sich in bester Laune. So gab es immer wieder kleine passende Anekdoten zu den Songs, über die meistens herzlich gelacht werden konnte. Da soll nochmal jemand sagen Engländer hätten keinen Humor. Das Highlight des Abends für mich war jedoch die Weltpremiere von Peggy. Einem Song über seine Großmutter die ihn, als er zehn war, betrunken machte um ein Pokerspiel zu gewinnen. Der Song soll wirklich erst an diesem Tag fertig gewurden sein und auch erst auf dem im Frühjahr erscheinenden Album dann auf CD zu hören sein und falls ihr ihn noch nicht kennt dürft ihr euch wirklich drauf freuen. Ein zweites Highlight war der vorletzte Song. Ein Cover des Queen Hits I want to break free. Was mir in der Variante viel besser gefallen hat als das Original. Als letzten Song gab es dann The Ballad of me and my Friends bei dem dann auch noch einmal aus voller Kehle der Refrain mitgegröhlt bevor Frank von der Bühne verschwand. Meine riesigen Erwartungen die ich an den Abend hatte wurden komplett erfüllt. Im Frühjahr nächsten Jahres hat er versprochen wieder nach Deutschland zu kommen und ich hoffe das ich dann wieder dabei sein kann.

10.12.2010: Madsen (+Royal Republic) Stadtgarten (Erfurt)
Das dieses Konzert hier auftaucht habe ich ja eigentlich nicht erwartet. Madsen waren eigentlich noch nie eine Band die ich jetzt besonders vergöttert habe. Ich mochte sie zwar immer gern aber irgendwie fehlte bis jetzt immer so der letzte Funken. Auch das dieses Jahr veröffentlichte Album Labyrinth änderte daran nicht viel. Im Endeffekt habe ich mich dann aber doch entschieden hinzugehen da in Thüringen gute Konzerte sowieso immer ziemlich rar sind und Royal Republic als Vorband auch sehr viel versprechend waren. Ich sollte öfter mich nicht zu hohen Erwartungen zu Konzerten gehen denn das was ich an diesem Abend erlebt habe war dann echt der Wahnsinn. Schon bei Royal Republic, die ein ca. 30 Minuten Set hatten, wurde einfach komplett durchgedreht. Es wurde gesprungen, getanzt, Texte mitgeschrien und schon nach diesen 30 Minuten war die Kleidung komplett durchgeschwitzt. Da kamen ja aber noch Madsen und es wurde alles noch ein Stück intensiver. Es wurde noch mehr gesprungen, noch mehr getanzt und vorallem noch mehr geschrien. Ich war echt begeistert wie wirklich alle Menschen die Texte (egal ob die vom Debüt oder von Labyrinth) aus dem Stand beherrschten. Okay auch die, vereinzelten, schreienden Mädchen die die Bandmitglieder anhimmelten trugen ihren Teil dazu bei das der Geräuschpegel noch einmal ordentlich anstieg. Man merkte aber auch das Madsen schon lange nicht mehr die kleine Indieband von nebenan sind und mittlerweile echt professionel arbeiteten. So muss ich, mit einer jetzt natürlich gewissen Distanz, sagen das der Abend etwas sehr durchorganisiert wirkte. Doch wen stört das schon wenn die Stimmung so gut ist. So ist besonders der letzte Song, Nachtbaden, (der schon vorher immer wieder gefordert wurde) zur absoluten Party mutiert und man spürte wie jeder noch einmal seine letzten Kräfte mobilisierte für einen würdigen Abschluss dieses Abends. Madsen lieferten mir das schweißtreibendste Konzert des Jahres (weswegen es jetzt auch hier auftaucht) und haben mich auf jedenfall wieder ein bisschen mehr als Fan gewonnen.

17.12.2010: Captain*PlanET (+Adolar) Kulturfabrik (Mühlhausen)
Auch wenn ich zu Anfang ja gesagt habe das es hier eigentlich keine Rangfolge gibt, war das Konzert schon wirklich etwas ganz besonderes. Allein die zwei Bands an einem Abend erleben zu dürfen lies mein Herz höher schlagen. Für mich zwei Bands mit absoluten Götterstatus. Leider war die Kulturfabrik nicht wirklich voll. Aber das ist sicher auf das Wetter zu schieben, ich, der mit der Bahn angereist ist, war auch ziemlich bedient.
Adolar eröffneten den Abend mit einer Setlist die eigentlich keine Wünsche offen ließen. Zu Anfang wurde mit: Tesla, Mariokart vs. Kettcar und Mitnehmerrippe die Songs der Planet Rapidia EP gespielt um dann die Hits der Debütalbums Schwörende Seen, Ihr Schicksalsjahre! auf die Meute loszulassen. Magdeburg, Kitt, Busfahrplan o.D. und Ich bin Slide wurden gespielt bevor für mich die Überraschung des Abends mit Abschiedssouper kam. Ein elf Minuten Song der in voller Länge gespielt wurde. Danach gingen sie von der Bühne und ich war ein bisschen traurig das sie meinen Lieblingssong Weltsehen außen vor gelassen hatten. Doch natürlich kamen sie noch einmal raus um eben jenen Song zu spielen und dann endgültig zu verschwinden. Ich war eigentlich jetzt schon komplett zufrieden. Aber es kamen ja noch Captain*PlanET. Vom ersten Song an hatt sich so eine kleine Gruppe von ca. 10 Menschen gebildet die direkt vor der Bühne standen um die Texte dann den Vieren auf der Bühne entgegenzuschreien. Besonders überrascht war ich als auf einmal Tom, der Sänger von Adolar, neben mir stand. Und er stand da nicht als Sänger der Vorband der sich die Band anschauen wollte sondern wirklich als Fan. So konnte auch er natürlich jeden Text auswendig und ich bekam zu der Captain*PlanET auch noch die Adolar Version des Songs zu hören. Sehr schön. Besonderes Highlight als Tom bei einem der Captain*PlanET Songs schlechthin, Baumhaus, sein Handy rausholte um den Menschen am anderem Ende daran teilhaben zu lassen und ihm dann das ganze auch noch mit seinem Gesang zu unterlegen. Als er auf einmal neben mir stand und mir das Handy zu mir hin hielt und wir dann gemeinsam den Refrain in sein Handy schrien. (Lieber Mensch der du da am anderen Ende dieses Mobiltelefon warst. Ich möchte mich, falls du das liest, dafür entschuldigen das ich das gemacht hab. Ich weiß ich hab keine schöne Stimme aber ich fühlte mich irgendwie verpflichtet dazu. Ich hoffe du hast Verständniss.) Auf jedenfall war dieser Abend, trotz des nicht erfüllten Wunsches von Eingekehrt, absolut unbeschreiblich gut. Die Setlist hat (trotz fehlendem Eingekehrt) sowas von gestimmt. Walbaby, Baumhaus, Wespenstich und und und. Irgendeinen Song haben sie auch zum ersten mal live gespielt (ohne ihn vorher zu Proben) leider hab ich vergessen welcher es war.

Das Konzertjahr 2010 war auf jedenfall nicht zu verachten. Ich habe tolle Bands live gesehen und auch den ein oder anderen großartigen Menschen kennengelernt. Und hoffe das es 2011 mindestens genauso gut wird. Ihr werdet auf jedenfall hier davon lesen.


Die etwas andere Weihnachtsmusik.

Nicht mehr lang ist es hin bis zum Fest der Feste. Umgangssprachlich auch als Weihnachten bekannt. An Weihnachten drehen irgendwie alle durch. Jeder will noch schnell das perfekte Geschenk für die Liebsten finden, rennt dazu in das nächstbeste Kaufhaus um da die vollgepackten Regale leer zu kaufen. Natürlich ist das Kaufhaus dann auch noch so nett und unterlegt diese tolle Weihnachtliche Stimmung mit den richtigen Liedern und wenn man zu den Glücklichen gehört die schon alle Geschenke haben (oder alles übers Internet erledigt hat), deswegen Zuhause bleiben kann hört man eben jene Lieder im Radio oder Fernsehen.
Weihnachtslieder sind schon was ganz besonderes. Es gibt eine Zeitspanne von circa zwei Wochen und in diesen zwei Wochen werden sie dann so oft gespielt das man sie danach nicht mehr hören kann. Allem voran natürlich der Klassiker unter den Weihnachtsliedern: Last Christmas von Wham! entweder man liebt es oder man hasst es. Es gibt einfach nix dazwischen. Natürlich gibt es auch noch genügend andere Songs die ich hier aufzählen könnte doch dazu habe ich jetzt zu wenig Zeit.

Ich möchte die Zeit lieber nutzen euch Weihnachtslieder zu präsentieren die nicht in die Kategorie der nervigen Songs fallen. So hat mein Lieblingsmusikmagazin Visions eine Compilation mit zehn Weihnachtssongs der etwas anderen Art zusammengestellt. Die möchte ich euch hier vorstellen und auch gleich zum gratis runterladen anbieten.
(Es sei noch gesagt: falls ihr einen der Interpreten nicht kennt oder gar nicht mögt solltet ihr den Song zumindest mal anhören. Das sind halt Weihnachtssongs und die muss man [auch wenn man mit dem Genre/Interpreten nix anfangen kann] einfach mögen.) (Achja und Download geht am besten mit Rechtsklick auf “Download” und dann “Ziel speichern unter…”)

Sufjan Stevens – That was the worst Christmas Ever!
Den Anfang macht einen der besten Songwriter der heutigen Zeit. Während Sufjan Stevens auf seinem neuen Album The Age of Adz sich vom Folk entfernt hat und mit mehr elektronischen Elementen arbeitet ist er hier noch klassisch mit Banjo und Gitarre am Werk. Der Song stammt vom dritten Teil seiner Weihnachtssampler die er von 2001-2006 herausgebracht hat. Darin beschreibt er wie sein Weihnachtsfest einfach komplett den Bach runter geht. Am Ende gibt es sogar noch einen Sample von Stille Nacht, heilige Nacht.
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I Like Trains – Last Christmas
Ein Weihnachten ohne Last Christmas ist doch einfach kein Weihnachten. Und so gibt es auch hier eine Version davon. Natürlich nicht die von Wham! sondern eine von den Postrockern I Like Trains aus Leeds. Und das ist echt die beste Version die ich je von dem Song gehört habe! I Like Trains geben dem Song ein schön weihnachtsliches und besinnliches Gewand. Während Wham! ja das ganze fast schon zu poppig gemacht haben wird bei I Like Trains wirklich ruhig gemacht und das ganze mit schönen Weihnachtlichen Glockenspiel unterlegt. Die dunkle Stimme von Sänger Davin Martin klingt wie geschaffen für diesen Song und so kann man am Ende fast vergessen wie schrecklich das Original sein kann.
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Fleet Foxes – White Winter Hymnal
Das ist für mich einer dieser Eingangs erwähnten Songs. Eigentlich mag ich die Fleet Foxes gar nicht. Aber ich dachte mir ich gebe ihnen eine Chance und so muss ich doch zugeben das mir White Winter Hymnal doch ganz gut gefällt. Die Stimme von Robin Pecknold finde ich immer noch etwas merkwürdig aber der mehrstimmige Gesang und die musikalische Unterlegung dazu passt schon zur Weihnachtszeit.
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Mogwai – Christmas Song
Auch Mogwai haben einen Weihnachtssong in petto. Hier gibt es aber keine übertriebenen schmalzige Texte denn es gibt gar keine! Wie für Mogwai übrig ist Christmas Song komplett Instrumental. Doch manchmal braucht es einfach nicht mehr. Sie zeigen das manchmal einfach nur ganz einfache Töne reichen um Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen. So ist Christmas Song ein wunderbares Postrock/Intrumental Stück. Eine Sache ist dann aber doch etwas ungewöhnlich für Mogwai : mit 3:30 ist der Song deutlich unter der sonst bekannten Länge und ein ausuferndes Soli gibt es auch nicht.
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Röyksopp – Le Cantique de Noel
Instrumental geht es auch gleich weiter. Die Norweger von Röyksopp verzichten in Le Cantique de Noel (Was glaube ich so viel wie Weihnachtshymne heißt.) auch, bis auf ein kurzes Merry Christsmas, komplett auf Text und lassen lieber einen Mix aus elektronischen Tönen, Banjo und Trompete sprechen.
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Olli Schulz – Merry Christmas
Der einzige Deutsche Beitrag kommt von Olli Schulz . Der auf gewohnt sympathische weise die Geschichte eines Besuches bei den Eltern seiner Freundin an Weihnachten erzählt. Das könnte einen schon ein bisschen an Last Christmas kann das schon erinnern wenn er im Refrain sing: “Merry Christmas ist wenn du mich küsst / Alles andere ist egal” . Doch im nächsten Moment merkt man dann auch das das alles irgendwie gar nicht so ernst gemeint ist und muss schon ein bisschen schmunzeln.
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Belle & Sebastian – Are You Coming Over For Christmas?
Auch die Briten von Belle & Sebastian haben einen wunderschönen Weihnachtssong in petto. Are You Coming Over For Christmas? überzeugt besonders durch den wunderbar harmonierenden Gesang von Stuart Murdoch und Sarah Martin welche sich wirklich super ergänzen. Man nimmt ihnen einfach die Weihnachts/Liebesgeschichte die sie singen ab. Das Trompetensolo in der Mitte des Songs verpasst dem ganzen noch einmal eine extra Portion Weihnachtsstimmung.
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Kevin Devine – Splitting Up Christmas
Eine fröhliche Akustiknummer hält der amerikanische Songwriter Kevin Devine für euch bereit. Der davon singt wie gern er Weihnachten teilen würde um ein Mädchen zu sehen was ihm ziemlich viel bedeutet und der sich dabei verdammt ehrlich anhört. Auch sowas braucht es halt zum Fest der Liebe.
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Los Campesinos! – Kindle A Flame in her Heart
Ich weiß einfach nicht was ich zu dem Song sagen soll außer das es eine wunderschöne Indie-Pop Nummer ist und ihr sie einfach runterladen solltet.
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Timid Tiger – Ring the Bells
Auch die sonst so fröhlichen Indierocker von Timid Tiger haben verstanden das Weihnachten eine Zeit der Besinnlichkeit & Ruhe ist. So sind sie in Ring the Bells nur mit Akustikgitarre zu hören. Doch ist das kein Grund für sie keine gute Laune zu versprühen. Ring the Bells ist ein fröhlicher Song geworden zu dem man gern auch mitklatschen darf.
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Ich hoffe euch gefallen die Songs und machen eure Weihnachtszeit ab sofort etwas schöner.
Auf diesem Wege möchte ich euch allen gleich noch ein besinnliches & ruhiges Weihnachten wünschen.


Von Südstaatenflair und verlorenen Millionen.

Keine Band hat in den letzten zwei Jahren so einen fast kometengleichen Aufstieg erlebt wie die vier amerikanischen Brüder Followill. Den meisten warscheinlich eher als Kings of Leon bekannt. 2008 kam der Große Durchbruch mit dem Megahit “Sex On Fire”. Man kam einfach nicht an ihnen vorbei. Dann kam kurz darauf “Use Somebody” und der Aufstieg in den Rockolymp war so gut wie erledigt. Das Album “Only by the Night” wurde zum Verkaufsschlager(inzwischen ist es schon 110 Wochen in den amerikanischen Charts mit mehr als 6 Millionen Einheiten), Mädchenherzen rund um die Welt flogen ihnen nur so zu.

2010 wird diese Erfolgsstory nun genauso eindrucksvoll weitergeschrieben. Das neue Album “Come Around Sundown” stieg in Deutschland von null auf eins in den Albumcharts und auch in jedem anderen Land der Welt muss man um das Album in den Charts zu finden auf die vorderen Plätze schauen. Eine ausverkaufte Welttour und den Headlinerslot beim Überfestival Rock am Ring sagen ja alles was noch gesagt werden müsste (wenn überhaupt noch etwas gesagt werden muss).

Der Hype zündete bei mir aber jedoch so gar nicht. Sex on Fire fande ich schrecklich. Irgendwie überbewertet. Und ich bin nicht so einer der was gegen Songs hat die im Radio oder im Fernsehen auf Dauerschleife laufen, ganz und gar nicht. Use Somebody beweist das sogar. Den fande ich echt gut aber trotzdem war ich nicht überzeugt von ihnen.
Als ich dann, mehr durch Zufall als alles andere, in den Besitz von Come Around Sundown kam lag es lange einfach ungehört einfach nur auf meiner Festplatte. Irgendwann beschloss ich es mir dann aber doch einmal anzuhören.
Ich war schon possitiv überrascht. Das Album war echt besser als ich es gedacht hatte. Die Stimme von Sänger Caleb fande ich zwar immer noch ein nervig aber im Endeffekt waren es gute Rocksongs, jedoch mit einer eigenartigen Atmosphäre die sie verströmten. Ich muss, wenn ich das Album laufen habe, an ein paar Südstaatler in den USA denken die halt so ein absolutes Klischee-Leben führen. Come Around Sundown. Vielleicht liegt es auch an Zeilen wie:
“And in the moonlight I throwed him down/Kickin’ screamin’ & rolling around/A little piece of a bloody tooth/Just so you know I was thinking of you” in “Pickup Truck”
das der Eindruck bei mir entsteht. Aber Songs wie z.B.: “The End”, “Radioactive” oder “Back Down South” sind echt gut gewurden.

Durch diesen positiven Eindruck der Platte kam es dazu das ich die Story über sie in der aktuellen Visions gelesen hab. Da bin ich dann auf ein Zitat des Bassisten Jared gestoßen was mich doch überrascht hat:

“[...]Man kann niemanden mehr dazu zwingen, für Musik zu bezahlen, [...] für uns ist das kein Problem, weil wir noch andere Wege finden, Geld zu verdienen [...] vielleicht kommt irgendwann eine Technologie, die die Leute dazu bringt, wenigstens 99 Cent pro Album zu zahlen. Das ist immer noch besser als all die gestohlenen Millionen.”

Ich bin kein Freund der Musikpiraterie doch ich finde man sollte sich als Band, die sich ja nun wirklich keine Sorgen um Geld machen muss, nicht auch noch darüber aufregen wie schlecht die CD verkäufe doch laufen. Es gibt doch nichts was dazu noch nicht gesagt wurde. Wenn man dann im selben Atemzug auch noch sagt das man seine Millionen auch auf andere Weisen verdienen kann sowieso nicht. Jeder darf natürlich sagen was er will (vorallem dann, wenn es wie in diesem Fall wahr ist) doch in diesem Moment war ich schon sehr geschockt von dieser Aussage da ich sie doch als Band angesehen habe die Musik machen ohne das es ihnen sehr aufs Geld ankommt.

Vielleicht sollte man ihnen auch für ihre Ehrlichkeit gratulieren. Andere Bands hätten in diesem Moment so etwas gesagt wie “Uns ist es ja egal ob wir durch Musik Geld verdienen. Wir wollen nur Musik machen.” und dieses ganze Bla Bla und es nocht nicht einmal ehrlich gemeint.
Also gebührt ihnen wohl doch eher Respekt dafür & eine tiefe Verbeugung.


Geschenk oder Ausbeutung?

Woran merkt man, außer an den vielen Lichtern und den Menschen die in den Innenstädten komplett durchdrehen um für andere Menschen Geschenke zu kaufen, denn noch das es auf Weihnachten zugeht? Natürlich! An den vielen „neuen“ CDs die erscheinen.

Alle Jahre wieder kommen sie, die Limited-Super-Mega Edition der Alben die die letzten Jahre über Erfolg hatten. Mit irgendwas Super-Mega limitierten natürlich, was man als Fan unbedingt braucht. Bonussongs, eine Bonus DVD mit einem Konzert oder einer coolen Doku oder mit einem Super-Mega limitierten Shirt. Man weiß natürlich das es sich hierbei nur um eine Masche der Labels handelt um aus ihren millionenschweren Künstlern noch ein paar Extra Euro Gewinn herauszuschlagen und uns armen Besessenen das hart verdiente Geld was es vom Chef oder von Mama & Papa zu Weihnachten gab noch aus der Tasche zu ziehen.
Das allerschlimmste an der ganzen Sache ist doch allerdings: es funktioniert! Ich zumindest fall ziemlich oft darauf rein. In meinem Kopf entstehen dann so Gedanken wie: „Verdammt! Ohne diesen Bonussong kann ich nicht weiterleben. Was wenn der richtig geil ist? Und das Konzert auf der DVD will ich auch unbedingt sehen.“

Dann bin ich ein bisschen glücklicher wenn ich sie habe, dass ich ja jetzt diesen Bonussong oder diese DVD habe (naja, meist sind die ja eh nicht so toll aber man hat sie erst mal) und ärgere mich im selben Moment auch, dass es schon wieder geklappt hat, dass eine Plattenfirma an meiner Dummheit zwei mal verdient hat. In den schlimmsten Fällen hat man sich die Platte dann auch erst eine oder zwei Wochen vorher gekauft weil das Geld vorher immer knapp war, dann ist das doppelt ärgerlich.

Nicht das man mich falsch versteht: ich liebe Special-Editionen abgöttisch. Sei es nur das die CD im Digi-Pack und mit einem Song mehr erscheint. Ich würde die paar Euro mehr jedes mal ausgeben. Der Gedanke, dass die ja jetzt voll limitiert ist gibt mir irgendwie eine Art Befriedigung. Natürlich wurde das Ding 10000 mal so verkauft aber der Gedanke das sie wirklich limitiert ist gefällt mir. Das Gleiche ist das auch mit den DVDs. Wenn ich die Möglichkeit habe mir eine CD zu kaufen bei der eine DVD beilegt tu ich das IMMER. Auch wenn ich die DVD dann nur einmal schaue, ich habe sie erst einmal. Mich stören wirklich nur diese Dinger denen man anmerkt das sie nur für das Weihnachtsgeschäft gemacht wurden.

Auch dieses Jahr gibt es wieder unzählige Beispiele. Seien es 30 Seconds To Mars mit „This Is War“ (+Bonus DVD mit Musikvideos), Philipp Poisel mit „Bis nach Toulouse“ (+DVD mit Konzert und Bonussongs) oder unser Star für Oslo Lena mit der Limited-Platin Edition von „My Cassette Player“ (+Bonussongs und Doku DVD die es aber, soweit ich richtig informiert bin, schon einmal bei der Limited-Edition gab als „My Cassette Player“ das erste mal erschienen ist.)

Und ja es hat wieder bei mir geklappt. Dieses Jahr wird Universal ein zweites Mal an mir verdienen. Aber ich konnte der Limited Edition des Mumford & Sons Debüts „Sigh No More“einfach nicht wiederstehen. Einen Bonussong, eine Live-CD und eine Doku-DVD haben mein Herz einfach gleich höher schlagen lassen.

Und ich frage mich jetzt: ist das eigentlich ein Geschenk der Plattenfirmen oder doch nur, die oben erwähnte Ausbeutung?


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